ROM / EuroWire / — Die weltweite Getreideproduktion und der Getreidehandel werden im kommenden Jahr voraussichtlich zurückgehen. Erste Prognosen deuten nach einer Rekordernte 2025 auf geringere Ernten bei allen wichtigen Getreidearten hin, so die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in ihrer jüngsten Markteinschätzung. Die in Rom ansässige Organisation beziffert die weltweite Getreideproduktion 2026/27 auf 2,982 Milliarden Tonnen, einschließlich Reis (geschält). Dies entspräche einem Rückgang von 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der erwartete Rückgang folgt auf eine starke Ernte im Jahr 2025. Die weltweite Getreideproduktion erreichte 2025 schätzungsweise 3,043 Milliarden Tonnen, ein Plus von 6,1 Prozent gegenüber 2024. Dieser Anstieg spiegelte deutliche Zuwächse bei allen wichtigen Getreidesorten wider, wobei Mais ein bemerkenswertes Wachstum verzeichnete. Auch der weltweite Getreideverbrauch stieg in der Saison 2025/26. Er erreichte 2,952 Milliarden Tonnen, ein Plus von 2,7 Prozent gegenüber der Vorsaison, vor allem aufgrund des höheren Verbrauchs von Grobgetreide und Reis.
Die neue Prognose sagt für 2026/27 eine geringere Produktion von Weizen, Mais, Gerste, Reis und anderen wichtigen Getreidearten voraus. Weizen verzeichnet den größten prozentualen Rückgang unter den Hauptgetreidegruppen. Mais und Gerste weisen die geringsten erwarteten Rückgänge auf. Die Zahlen platzieren den globalen Getreidemarkt unter dem Höchststand des Vorjahres, aber weiterhin nahe dem jüngsten Hoch. Aktuelle Marktdaten zum Getreidemarkt sind weiterhin von zentraler Bedeutung für die Überwachung der Ernährungssicherheit, die Handelsplanung und die Beobachtung der Agrarpreise.
Die Aktienkurse bleiben komfortabel
Der weltweite Getreideverbrauch wird Prognosen zufolge im Wirtschaftsjahr 2026/27 um 0,6 Prozent auf 2,969 Milliarden Tonnen steigen. Der Getreidekonsum in Lebensmitteln soll gegenüber 2025/26 um 1,0 Prozent zunehmen. Die Verwendung von Getreide als Futtermittel wird voraussichtlich um 0,5 Prozent steigen, wobei Mais und Gerste zulegen dürften. Die Futtermittelnachfrage nach Weizen und Reis wird voraussichtlich sinken. Die Verwendung anderer Getreidearten wird sich voraussichtlich um 0,2 Prozent verringern, hauptsächlich aufgrund des geringeren Verbrauchs von Weizen und Gerste.
Die weltweiten Getreidevorräte werden Prognosen zufolge bis zum Ende der Anbausaison 2026 um 0,3 Prozent auf 949,0 Millionen Tonnen sinken. Der Großteil dieses Rückgangs ist auf niedrigere Reis- und Sorghumbestände zurückzuführen. Die Weizen- und Gerstenvorräte werden sich voraussichtlich wieder erholen. Das globale Verhältnis von Getreidevorräten zu -verbrauch wird voraussichtlich mit 31,7 Prozent nahe dem Niveau von 2025/26 bleiben. Die FAO bezeichnete die gesamten Getreidevorräte unter den aktuellen Angebots- und Nachfrageprognosen als komfortabel.
Die Handelsaussichten trüben sich ein
Der weltweite Getreidehandel wird im Wirtschaftsjahr 2026/27 voraussichtlich um 0,3 Prozent auf 507,2 Millionen Tonnen sinken. Im Wirtschaftsjahr 2025/26 war er um 4,8 Prozent auf 508,6 Millionen Tonnen angestiegen. Der erwartete Rückgang ist hauptsächlich auf geringere Weizen- und Gerstenlieferungen zurückzuführen. Der Maishandel soll hingegen um 3,9 Prozent steigen. Für Reis wird ein Anstieg um 1,4 Prozent prognostiziert, der die schwächeren Umsätze in anderen Getreidemärkten teilweise kompensieren dürfte.
Die Aussichten für den Getreidemarkt wurden vor dem Hintergrund weitgehend stabiler globaler Rohstoffpreise für Nahrungsmittel im Mai veröffentlicht. Der Nahrungsmittelpreisindex lag im Durchschnitt bei 130,8 Punkten, 0,2 Prozent niedriger als im April und 2,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Getreidepreise stiegen gegenüber April um 2,6 Prozent und lagen fast 5,0 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Notierungen für Weizen, Mais und Reis legten zu, während die Preise für Pflanzenöle sanken und die Zuckerpreise stiegen.
Der Beitrag „FAO prognostiziert Rückgang der globalen Getreideproduktion und des Getreidehandels“ erschien zuerst im British Messenger .
