BRÜSSEL / EuroWire / — Die Europäische Kommission hat ein Paket zur Stärkung der Technologie-Souveränität vorgestellt. Ziel ist es, Europas Kontrolle über kritische digitale Infrastrukturen zu festigen. Gleichzeitig warnten politische Entscheidungsträger davor, dass die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern von Cloud-Diensten, künstlicher Intelligenz und Halbleitern wichtige Dienste gefährden könnte. Das am 3. Juni angekündigte Paket umfasst das Gesetz zur Entwicklung von Cloud- und KI-Lösungen, das Chips-Gesetz 2.0, eine EU-Open-Source-Strategie sowie einen Fahrplan für die Digitalisierung und KI im Energiesektor.

Die Maßnahmen zielen auf Sektoren ab, die öffentliche Dienstleistungen, Geschäftsabläufe und Sicherheitssysteme stützen, darunter das Gesundheitswesen, das Bankwesen, die Energiewirtschaft und die öffentliche Verwaltung. Die Europäische Union erklärte, das Maßnahmenpaket solle den Zugang zu vertrauenswürdiger Technologie erweitern, die inländischen Kapazitäten ausbauen und strategische Abhängigkeiten in Bereichen verringern, in denen außereuropäische Anbieter wichtige Teile der digitalen Infrastruktur dominieren. Offizielle Vertreter stellten die Initiative in den Mittelpunkt von Resilienz, Datenkontrolle und dem sicheren Betrieb essenzieller Dienste.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, Europa könne sich bei Technologien, die den Krankenhausbetrieb, die Stabilität der Stromnetze und die Sicherheit der Dienstleistungen gewährleisten, nicht auf andere verlassen. EU-Technologiekommissarin Henna Virkkunen betonte, die EU müsse sicherstellen, dass kritische Dienste und Daten in Europa kontrollierbar blieben. Sie bezog sich dabei auf die Befürchtung, externe Akteure könnten den Zugang zu digitalen Systemen durch sogenannte Not-Aus-Schalter oder die rechtliche Kontrolle über die Infrastruktur unterbrechen.
Cloud-Regeln stehen im Mittelpunkt
Der Cloud- und KI-Entwicklungsakt schlägt einen EU-weiten Rahmen zur Bewertung der Souveränität von Cloud und KI sowie einen Mechanismus zur Einführung vertrauenswürdiger Dienste im öffentlichen Sektor vor. Der Vorschlag zielt außerdem darauf ab, die Kapazität energieeffizienter Rechenzentren in der gesamten EU auszubauen und die Einführung von Cloud- und KI- Technologien der nächsten Generation zu fördern. Die Kommission erklärte, der Akt ergänze KI-Fabriken und KI-Gigafabriken, indem er die von europäischen Unternehmen und Forschern benötigte Cloud- und Dateninfrastruktur erweitere.
Das Paket beinhaltet Souveränitätsanforderungen für Cloud-Dienste in sensiblen Sektoren und kritischen öffentlichen Aufträgen. Dabei liegt der Fokus darauf, wo Daten verarbeitet werden, wie die Dienste kontrolliert werden und ob Anbieter die Kontinuität unter europäischer Aufsicht gewährleisten können. Microsoft, Amazon und Google gehören zu den führenden Cloud-Anbietern in Europa. Mehrere Unternehmen haben zudem lokalisierte oder souveräne Cloud-Angebote eingeführt, die auf die Anforderungen des öffentlichen Sektors und regulierter Branchen zugeschnitten sind.
Chips und Open Source wurden dem Paket hinzugefügt.
Der Chips Act 2.0 baut auf dem bisherigen europäischen Chip-Rahmenwerk auf und zielt darauf ab, die Halbleiterfertigung, die Designkapazitäten, die Resilienz der Lieferketten und die Nachfrage nach in Europa hergestellten Chips zu stärken. Der Vorschlag konzentriert sich sowohl auf gängige Chips als auch auf Spitzentechnologien und sieht Maßnahmen zur Reduzierung von Schwachstellen in der Produktion fortschrittlicher Chips und den damit verbundenen Lieferketten vor. Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 einen Marktanteil von 20 Prozent am globalen Halbleitermarkt zu erreichen.
Die EU-Open-Source-Strategie integriert Open-Source-Software in ihr Gesamtpaket, indem sie europäische Alternativen zu proprietären Systemen außerhalb der EU in kritischen Technologiebereichen fördert. Die Vorschläge müssen von den EU-Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament verhandelt werden, bevor sie in Kraft treten können. Das Paket kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Europa mehr Autonomie in den Bereichen Cloud Computing, KI-Infrastruktur, Halbleiter und digitale Systeme des öffentlichen Sektors anstrebt und gleichzeitig den Zugang zu globalen Technologiemärkten sichern will.
Der Beitrag „EU treibt Technologie-Souveränitätspaket für Cloud und KI voran“ erschien zuerst auf Irish Sentinel .
